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Digitalisierung als Treiber neuer Geschäftsmodelle in der Industrie 4.0


Rabea Roos
Published on April 25, 2018
By Rabea Roos

Der digitale Wandel erfordert neue Geschäftsmodelle

Das Thema Industrie 4.0 hat zwar die Wirtschaft erreicht, allerdings sind Unternehmen bei Investitionen in innovative digitale Technologien für vernetzte Produktion und Produkte noch zurückhaltend, so die Quintessenz des aktuellen Faktenpapiers zu Geschäftsmodellen in der Industrie 4.0 von Bitkom. Dabei sollte die Frage, ob Unternehmen auf den Trend der digitalen Transformation aufspringen, längst nicht mehr nur eine Option sein. So ist der digitale Wandel für deutsche Unternehmen in den vergangenen Jahren zu einem elementaren Faktor für mehr Wachstum geworden. Laut Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer von Bitkom, muss die Digitalisierung der Produktion „oberste Priorität“ haben, „wenn die deutsche Wirtschaft auch künftig international bestehen will.“

Seit dieser Aussage im Jahr 2015 hat sich jedoch einiges getan. Wie sich mittlerweile zeigt, findet die eigentliche Revolution von Industrie 4.0 nicht in der Produktion, sondern in Form neuer Businesskonzepte statt. Denn um im hart umkämpften Wettbewerb mithalten zu können, erfordert der digitale Wandel vollkommen neue Geschäftsmodelle. Industrie 4.0 lässt sich als Treiber dieses Konzepts nur realisieren, wenn eine durchdachte Vernetzung gegeben ist. Dies setzt in einem ersten Schritt Change-Management voraus, also eine organisatorische Veränderung, ein unternehmensweites Umdenken. Es gilt, nicht nur Prozesse zu digitalisieren, sondern gänzlich neue Konzepte und Strategien zu entwickeln und umzusetzen, die skalierbar sind.

Industrie 4.0 Geschäftsmodelle

Hierzu reicht es beispielsweise nicht aus, Maschinen einfach mit dem Internet zu verknüpfen oder die Zettelwirtschaft abzuschaffen. Ein passendes Geschäftskonzept, das die digitalen Möglichkeiten in Relation zu den gewünschten Zielen setzt, ist das A und O. Es müssen nicht nur alle Prozesse der Wertschöpfungskette, sondern auch alle angeschlossenen Prozesse bedacht und in das Industrie 4.0-Konzept einbezogen werden. Bezogen auf den deutschen Maschinenbau, der sich eine Vorreiterposition im digitalen Wandel sichern konnte, ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt, dass Maschinen nach ihrer Leistungsstärke und Effizienz bewertet werden: Wie hoch ist ihr Output? Dementsprechend werden sich neue Konzepte entwickeln, bei denen der Kunde im Mittelpunkt steht.  


Herausforderungen bei der Implementierung neuer Geschäftsmodelle

Industrie 4.0 wird häufig mit digitalen Prozessen gleichgesetzt. Dabei steckt viel mehr dahinter. Mit dieser Komplexität geht auch die Frage nach einem strategisch klugen Konzept einher, das sich ohne einen zu großen Zeit- und Kostenaufwand realisieren lässt. Um sich vorhandener Ressourcen zu bedienen, müssen Unternehmen zwingend einen Blick für neue Trends und Tendenzen entwickeln und konstant prüfen, inwiefern sich diese synergetisch auf ihr Business anwenden lassen. Genannt werden muss hier Künstliche Intelligenz (KI), da sie die Möglichkeit bietet, dass IT-Systeme aus den vielen vorhandenen Daten lernen und geschäftsrelevante Informationen aus ihnen ableiten können. Ein weiterer Katalysator sind Augmented Reality (AR)-gestützte Lösungen und Systeme – beispielsweise für das Servicegeschäft im Maschinenbau. Hier schreitet die Entwicklung dermaßen rasant voran, dass Servicetechniker in naher Zukunft verstärkt durch AR-Applikationen auf Smartphone oder Tablet sowie durch AR-Brillen unterstützt werden können.  

 

In fünf Schritten zur Digitalisierungsstrategie

Die folgenden fünf Punkte erläutern, wie Unternehmen bei der Implementierung einer Digitalisierungsstrategie vorgehen und was sie berücksichtigen sollten:

 

  1. Klare Zuständigkeiten schaffen

    Wer den digitalen Wandel als Chance für sein Unternehmen nutzen möchte, benötigt eine grundlegende Strategie. Diese sollte nicht nur die Anforderungen, sondern auch die Verantwortlichkeiten für die erfolgreiche Umsetzung skizzieren. Denn die Transformation ist kein exklusives Thema für die IT- oder Marketing-Abteilung. Unternehmen müssen daher zwingend die Geschäftsführung ihres Unternehmens einbinden, sofern dies noch nicht der Fall ist.

     

  2. Den digitalen Status quo erfassen

    Wer Transformationsprozesse anstoßen möchte, sollte sich zunächst mit dem Ist-Zustand beschäftigen und klare Zielvorstellungen formulieren. Dabei fällt es kleineren und jungen Unternehmen oft leichter, mit einem kompletten digitalen Arsenal an den Start zu gehen. Im Gegensatz dazu ist es für etablierte Unternehmen oftmals ein komplexer Vorgang, Menschen, Prozesse und Organisationsebenen zu synchronisieren. Das Einbeziehen externer Experten kann daher neue Perspektiven schaffen.

     

  3. Durch Daten lernen

    Das durch die Auswertung großer Datenmengen gewonnene Wissen bildet die Basis für die nächsten Schritte. So lassen sich Erkenntnisse über das Kundenverhalten, aber auch über interne Prozesse gewinnen, um damit Produkte zu verbessern oder ganze Geschäftsmodelle zu steuern. Der Wert der Daten und ihrer Analyse ist vielen Unternehmen jedoch oft nicht klar. Dabei stecken in den Datenbanken und Servern der Unternehmen oft ungenutzte Potenziale. Eine Digitalstrategie muss daher auch eine Datenstrategie enthalten.

     

  4. Den Kunden in den Fokus rücken

    Auch wenn es um die eigene Digitalisierungsstrategie geht: Neue Businessmodelle sollen in erster Linie zum Kunden führen. Daher ist es elementar, den Kunden konzeptionell in den Fokus zu rücken. Schließlich soll dieser am Ende erreicht und angesprochen werden. Nur so können Unternehmen einen idealen Ansatz präsentieren, der sie vom Verkaufsgespräch bis zur Vertragsunterzeichnung an den Schreibtisch führt. Digitale Produkte und Dienstleistungen müssen sich somit an den Bedürfnissen des Kunden ausrichten, sonst werden sie scheitern.

     

  5. Visionen zulassen

    Smart Factory, M2M-Kommunikation und Predictive Maintenance – das alles waren einmal Visionen, die mittlerweile Wirklichkeit geworden sind. Wer sagt also, dass die Zeit für Visionen vorbei ist und Unternehmen sich nur noch an die vorgegebenen Parameter zur Digitalisierung ihres Geschäftsmodells halten sollen? Das wichtigste Learning der letzten Jahre: Machen sie sich frei von vordefinierten Leitlinien. Lassen Sie nicht andere entscheiden, was möglich ist. Machen Sie es selbst möglich. Neue Potenziale aufzudecken, ist nicht nur eine Aufgabe im Rahmen des digitalen Wandels. Es sollte vielmehr zur Passion aller Unternehmen werden.

 

Das Industrial-Team von Lewis Communications ist auf kommunikative Transferleistungen in den Bereichen Technische PR, Maschinenbau und Logistik spezialisiert. Sprechen Sie uns gerne an.

Rabea Roos leitet bei LEWIS die erste weltweite Industrial-Unit. Als Head of Industrial konzentriert sie sich auf den Ausbau des deutschlandweiten Geschäfts in den Segmenten Industrie, Logistik und Maschinenbau.

 

 


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