von

LEWIS

Veröffentlicht am

October 19, 2018

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Social Media PR

Ein 27-Jähriger darf Angela Merkel interviewen und löst damit so einen Wirbel aus, dass sogar die „Großen“ wie Tageschau, Spiegel, Stern und die Welt tagelang kein anderes Thema kennen? Das „LeFloid-Beispiel“ zeigt sehr deutlich, in welcher Liga YouTube-Stars mittlerweile spielen, und damit auch, welche Relevanz YouTube für die PR haben kann.


Wegbereiter für diese Aktion, die in den Medien als „PR-Stunt“ seitens der Bundeskanzlerin bezeichnet wird, ist kein Geringerer als Barack Obama. Der hatte sich Anfang des Jahres einige bekannte YouTuber zu sich ins Weiße Haus eingeladen, um sich interviewen zu lassen. Obama baute damit auf eine wichtige Erkenntnis: Finde den richtigen Weg, um mit deiner Zielgruppe zu kommunizieren; auch mit der Zielgruppe, der klassische Nachrichtenformate zu langweilig sind. Bye-bye Tagesschau, hallo YouTube!

Florian „LeFloid“ Mundt ist 27 Jahre alt und erreicht mit seinem YouTube-Newsformat über 2,6 Millionen Abonnenten; seine Videos werden zwischen 1 und 1,5 Millionen mal angeschaut. Zum Vergleich: Die Tagesschau verfolgen täglich etwa 3,79 Millionen Zuschauer. Mit seiner Aktion „Netz fragt Merkel“, in der er seine Community dazu aufrief, über Twitter, Instagram und andere Netzwerke Fragen an Angela Merkel zu posten, die er ihr stellen sollte, erzielte LeFloid riesige Reichweite und Aufmerksamkeit. Zwischen 5. und 16. Juli wurde der Hashtag #NetzfragtMerkel knapp 34.000 mal in traditionellen Onlinemedien, auf Twitter, in Foren und auf Blogs verwendet. Chapeau!

Dies zeugt von dem großen Einfluss, den YouTube-Stars wie LeFloid heutzutage haben. Doch nicht nur ungezwungene News-Formate begeistern die Massen. Gerade in Bereichen wie Gaming, Fashion & Beauty oder Tech finden sich YouTube-Stars, die sich nicht nur einer beeindruckenden Reichweite, sondern auch einer extrem treuen Community erfreuen.

Eine weitere interessante Entwicklung ist der Aufstieg Jugendlicher, die auf YouTube ihren Alltag dokumentieren; und das mit überraschender Professionalität. YouTube-Newcomer wie Julia Beautx oder Jonah Pschl sind noch nicht mal volljährig – „und produzieren auf TV Niveau“, erzählte Clixoom-Präsentator Christoph Krachten in einem Vortrag auf der diesjährigen re:publica.

Generell ist das Format Video gewaltig auf dem Vormarsch. Plattformen wie Twitch, Vine, Meerkat oder Periscope sind auf der Bildfläche erschienen und erfreuen sich größter Beliebtheit. Dieser Wandel hin zu allen Bewegtbild-Inhalten bietet PR-lern auf der einen Seite ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation, bedarf aber auf der anderen Seite auch einer neuen Herangehensweise. Denn: Influencer sind weder Journalisten noch professionelle Vertriebler. Daher ist bei der Ansprache Fingerspitzengefühl gefragt. Wie kann man also das Medium YouTube bzw. Video sinnvoll nutzen, um seine Zielgruppe zu erreichen?

 

Was gilt es zu beachten?

Erfolgreiche YouTuber erhalten pro Tag zig Anfragen von Unternehmen und Agenturen. Nehmen Sie deshalb nicht automatisch an, dass der auserkorene Influencer nur auf Sie gewartet hat; auch nicht, wenn Sie Budget auszugeben haben. Hier sind vier Tipps, die bei der Ansprache Ihre Aussichten auf Erfolg verbessern können:

  1. Sicher stellen, dass thematische Relevanz besteht:Authentizität ist bei vielen YouTubern das oberste Gebot. Daher gilt es, genau zu prüfen, ob das Produkt oder der Service, der platziert werden soll, denn auch zu den Themen passt, die der YouTube-Creator behandelt.
  2. Mitspracherecht einräumen: YouTuber wissen besser, was bei ihrer Community zieht und was nicht. Wenn also Interesse an einer Zusammenarbeit besteht, versuchen Sie nicht, die Art der Einbindung bis ins kleinste Detail vorzugeben.
  3. „Schleichwerbung“ vermeiden: Auch wenn nicht jeder Fall von Schleichwerbung von den zuständigen Behörden geahndet werden kann – der Endverbrauchter ist der schärfste Kritiker von auffällig unauffälligem Product Placement. Spielen Sie daher mit offenen Karten und lassen Sie zu, dass der YouTuber gesponserte Aktionen auch als solche kennzeichnet.
  4. Realistisch bleiben: Kostenlose Spiele- oder Produkttests sind durchaus möglich, solange sie thematisch passen. Sollen aber die ganz großen YouTube-Stars Teil Ihrer Kommunikationskampagne sein, müssen Sie sich darauf einstellen, Budget in die Hand zu nehmen; riesige Reichweite plus Interaktionen mit der richtigen Zielgruppe gibt es eben nicht kostenlos. Und für die YouTuber sind solche Aktionen schließlich auch oft mit hohem Aufwand verbunden.

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