von

LEWIS

Veröffentlicht am

September 30, 2018

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Die Druckstellen an den Füßen sind wieder verschwunden, die Prospekte gesichtet, sortiert und gegebenenfalls ordnungsgemäß entsorgt. Es war mal wieder Photokina und es gab für mich eine Menge zu sehen: Kleine nette Kameras, die den Spiegelreflex-Modellen schon bald gefährlich werden könnten, interessante Gadgets für das Filmen mit der Kamera und eine Reihe spannender Vorträge. Außerdem natürlich Gespräche mit unseren Kunden und Journalisten, Agenturpräsentationen und Standpartys.


Natürlich betrachte ich eine solche Messe auch durch die PR-Brille und konnte Interessantes beobachten. So gab es auf der Photokina erstmals eine Bloggertour, bei der rund 40 einflussreiche Vertreter der Online-Photoszene verschiedene Messestände besuchten. Dort trafen sie auf Produktmanager, Pressesprecher oder – das war die Ausnahme – Chief Blogger. Das Fazit dieser Aktion: Einige Firmen nehmen die Online-Zunft sehr ernst und suchen bewusst den Kontakt zu ihr, andere ignorieren die Entwicklung im Netz völlig und setzen weiterhin auf Testberichte in den einschlägigen Magazinen. Dass viele von diesen Printprodukten mittlerweile weniger Leser erreichen als die herausragenden Fotoblogs/-portale wie www.fotografr.de, kwerfeldein.de, fokussiert.com oder www.traumflieger.de, wird leider außer Acht gelassen. Eine sehr merkwürdige Einstellung in einem Bereich, in dem Leidenschaft und Markenbindung eine so große Rolle spielen.

Der Erfolg von Pinterest und Instagram sollte auch dem Letzten klar machen, dass Fotos heute für das Internet geschossen und online geteilt werden. Wer die Meinungsmacher in Sachen Kaufentscheidung sucht, findet sie zudem eher in den einschlägigen Foren und auf Blogs als in den Testabteilungen der Zeitschriften. In diesem Sinne ist auch jeder Standmitarbeiter auf einer Messe ein Öffentlichkeitsarbeiter, der mit seinem Verhalten einen wohlwollenden oder missgestimmten Tweet provoziert. Nach diesem Plädoyer für mehr Elan bei der digitalen Beziehungspflege ein Bekenntnis zum Klassischen: Fotos gehören belichtet oder ausgedruckt an die Wand! Das eigene Bild, groß auf einem guten Papier verewigt, wirkt einfach klasse. Einige Probeausdrucke vom mitgebrachten USB-Stick haben mir dies einmal mehr eindrucksvoll gezeigt. In diesem Sinne eine versöhnliche Erkenntnis am Rande des Konflikts Holzmedium versus Bits & Bytes: Lasst Eure Fotos weiter abziehen – Print ist auf keinen Fall tot!

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