von

Susanne Collins

Veröffentlicht am

October 25, 2016

Tags

Public Relations


„Jedes Kind kann schlafen lernen“, lautet der Titel eines Elternratgebers, der frischgebackenen Mamas und Papas bereits auf der Entbindungsstation ans Herz oder auf den Tisch gelegt wird. Doch was machen eigentlich Eltern, die kaum Zeit finden, vor dem ersten Telefonat des Tages noch schnell eine Tasse Kaffee zu trinken, geschweige denn Pädagogikwälzer zu lesen? Als mein Sohn einige Wochen alt war, hieß es: Zurück an den Schreibtisch, auf zum nächsten Fachartikel. Die Babywiege stand in direkter Reichweite, so dass ich tippen und gleichzeitig mit dem Fuß wippen konnte. Wurde Sohnemann dann doch unruhig und musste der Text unbedingt noch abends zum Kunden, bekam er statt „Lalelu“ oder „Weißt Du wie viel Sternlein stehen?“  Pressemitteilungen, Experteninterviews oder Anwenderberichte vorgesungen. Und wissen Sie was? Es dauerte nicht lange, und aus einem aufgeregten Wimmern wurde ein seliges Schlummern. Es wäre natürlich übertrieben zu behaupten, dass Kinder und Beruf immer so einfach zu stemmen seien wie im oben genannten Beispiel. Zumal mein Großer mit seinen mittlerweile vier Jahren überhaupt nicht mehr auf Fachartikel steht, und seine Geschwister auch nicht! Was sich aber ohne weiteres sagen lässt: Es funktioniert – irgendwie. Solange man/frau nicht zu viel nachdenkt, gut organisiert ist, Nerven behält und eine gehörige Portion Flexibilität hinzugibt. Das klappt sogar noch besser, wenn Arbeitgeber, Kunden und Babysitter mitziehen. Was für die PR gilt, ist für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – oh, wie oft das in den vergangenen Wochen in den Medien skandiert wurde! – essentiell: Alle müssen an einem Strang ziehen! Das A und O ist jedoch immer ein flexibler Arbeitgeber. Natürlich kommt es vor, dass eine Kundin Freitagnachmittags anruft und um einen spontanen Textentwurf bittet. Im Büro kein Problem. Doch wie erkläre ich, dass die Geräusche im Hintergrund aus dem Affengehege stammen – ein Zoobesuch stand an? Was tun bei einem lautstarken: „Mama, Mama, ich will ´ne Wurst!“? In Fällen wie diesen lautet die Devise: Schonungslose Offenheit. Oder schnell mal ein paar Minuten an einen stilleren Ort flüchten. Die folgenden Tipps und Erfahrungswerte helfen ebenfalls weiter:

  1. Tacheles reden: Chef, Kollegen und Kunden rechtzeitig informieren, wenn etwas Kleines ins Haus steht und frühzeitig besprechen, wie es nach der Geburt weitergehen kann. Ist der Nachwuchs dann da, gilt abermals: Termine, Schwierigkeiten oder Fragen direkt und persönlich adressieren und nicht um den heißen Brei herumreden!
  2. Kutschiku, gurrgurr, wauwau: Babygebrabbel oder stundenlange Entzückungsäußerungen über den Familienzuwachs bitte nur in Maßen! Zwar sind viele Kollegen begeistert, wenn Kleinkinder für einige Minuten niedlich lächeln und mit den Post-Its oder Büroklammern spielen. Doch stundenlange Erläuterungen über Windelinhalte, durchwachte Nächte oder schlimme Koliken möchte niemand allzu lang ertragen.
  3. Kontakt halten und am Ball bleiben: Das gilt sowohl für die Firma als auch für fachliche Themen. Engagement und Gespräche mit den Kollegen – auch während der Babypause – erleichtern den Wiedereinstieg ungemein.
  4. Betreuung, Haushalt und Co.: Ein Babysitter allein reicht oft nicht aus. Richtig hilfreich und unbezahlbar sind eine Oma, die in der Nähe lebt, eine Krippe, die längere Öffnungszeiten bietet, ein Partner, der auch mal spontan ein Stündchen einspringt, und vielleicht sogar Nachbarn, die schnell mal aufpassen wenn ein Interview ansteht. Auf die Mischung kommt es an. Freizeit sollte zudem auch drin sein.

Gute Tipps finden sich auf der Seite „Perspektive Wiedereinstieg“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: www.perspektive-wiedereinstieg.de. Wenn zwischen Fläschchen, Bäuerchen und Schlaflied denn noch Zeit zum Surfen und Lesen bleibt…

 

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