von

Susanne Collins

Veröffentlicht am

November 13, 2017

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Am 15. November ist offizieller „Ich liebe es zu schreiben“-Tag: Diese vier Ideen motivieren, mal wieder zum Stift zu greifen, Gedanken schriftlich zu sortieren und das Erinnerungsvermögen zu stärken


Wer glaubt, dass der November eine Zeit des Luftholens vor Weihnachtsshopping, Christbaumschmücken oder Schlemmen sei, der irrt. Denn es gibt so manchen Gedenktag, der bedacht werden will. Vom Welttag der Toleranz am 16. November über den Weltkindertag am 20. bis zum Welttag des Fernsehens am 21.,den Tag der Hausmusik am 22.11. sowie den Welttag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November: In den kommenden Tagen heißt es inne halten, ein Blockflötenkonzert proben und Mutti ein Küsschen geben. Ich habe mir zudem einen weiteren Tag im Kalender vermerkt: Am Samstag, 15. November, feiern wir doch tatsächlich den „Ich liebe es zu schreiben“-Tag. Ein toller Anlass, sich einmal Gedanken zu machen, wo und wie wir im Alltag schreiben und warum Schreiben so wichtig ist.

Schreiben

Laut einer Studie der Fachzeitschrift „Learning Disability Quarterly” bringen Kinder mehr Inhalte schneller zu Papier, wenn sie mit einem Stift statt auf einer Computertastatur schreiben. Das Schreiben mit der Hand sollte deshalb, so die Forscher, ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts sein. Außerdem steht fest: Wer nur tippen und nicht schreiben kann, ist auch im Lesen schlechter. Eine weitere Untersuchung hat herausgefunden: Vor 40 Jahren machten deutsche Viertklässler auf 100 Wörter durchschnittlich sieben Fehler. In derselben Untersuchung 2012 waren es mehr als doppelt so viele – 16 Fehler. Ich finde, diese Zahlen zeigen eindrücklich: 1. Das in vielen Schulen propagierte „Schreiben durch Hören“-Prinzip – Kinder sollen so schreiben wie sie hören oder sprechen – scheint wenig sinnvoll. 2. Es sollte wieder mehr Wert auf Rechtschreibung gelegt werden. Wer sich nicht sicher ist, ob es „Disaster“ oder „Desaster“ heißt, kann schließlich nachschauen oder zumindest auf die automatische Rechtschreibprüfung setzen. Schreiben ist natürlich eine meiner wichtigsten Beschäftigungen. Die Presse will mit Meldungen und Artikeln versorgt sein. Kunden wünschen sich ein Whitepaper oder neue Ideen. Der Kollege benötigt noch eine Zusammenfassung des vergangenen Meetings. Hinzukommen aber zahlreiche weitere Texte und Gedankenfetzen, die festgehalten werden wollen.

  1. To-Do-Liste

Doch, ich habe ein Smartphone, ein Tablet, einen Laptop… Alle modernen Arbeitsgeräte, auf die man / Frau heute nicht mehr verzichten mag. Trotzdem schreibe ich mir fast jeden Tag eine To-Do-Liste, denn sie gibt mir ein gutes Gefühl und jeder Haken zeigt: Wieder etwas geschafft. Aber wussten Sie, dass To-Do-Listen die Organisation, das Gedächtnis, die Produktivität und die Motivation verbessern können? Das habe ich erfahren, als ich mich auf diesen Blogpost vorbereitet habe, der übrigens ebenfalls auf meiner To-Do-Liste steht. Papier gefällt mir hierbei besser als das Handy. Doch wer’s lieber mag, nutzt Astrid Aufgaben, Evernote, Any.DO, Springpad oder Catch Notes.

  1. Mind Mapping

Statt ganzer Sätze werden beim Mind Mapping lediglich die wichtigsten Begriffe notiert. Das spart nicht nur Zeit, es verschafft auch einen tollen Überblick über die wirklich zentralen Punkte, die in langen Schachtelsätzen vielleicht verloren gehen. Gelungene Mindmaps lassen sich auch noch nach Monaten verstehen und mit neuen Ästen erweitern. Zudem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass sich via Mind Mapping das Gehirn optimal nutzen und die Erinnerungsleistung steigern lassen – und das wünschen wir uns doch alle irgendwie, oder?

  1. Liebes Tagebuch…

Eine weitere gute Idee, den Kopf frei zu bekommen, vom Alltag abzuschalten und den Tag Revue passieren zu lassen, ist ein Tagebuch. Wie, dazu haben Sie bedingt durch Karriere- und Privatstress nun wirklich keine Zeit? Einfach mal ausprobieren – und wenn es nur ab und zu ein paar Zeilen sind. Experten sind sich sicher, dass Tagebuchschreiben eine tolle Möglichkeit ist, Gedanken zu reflektieren, Ideen zu entwickeln oder mit Zweifeln auszuräumen. Ich schreibe zwar kein Tagebuch im allgemeinen Sinn à la „Heute hat es geregnet, der Grünkohl in der Kantine war scheußlich und Kollege Peter geht mir auf die Nerven.“ Mein Tagebuch ist mein Terminkalender. In ein paar Sätzen schreibe ich abends, was ich an diesem Tag besonders bemerkenswert oder kurios fand.

  1. Karten schreiben

e-Cards, Mails oder eine SMS aus dem Urlaub können amüsant sein und sind oft besser als gar keine Nachricht. Wer aber wirklich beim Kunden punkten, der Liebsten zum Geburtstag gratulieren oder dem Mitarbeiter ein paar nette Worte zur Beförderung mitteilen möchte, dem sei geraten, zum Stift zu greifen. Der englische Online-Schreibwarenhändler „Docmail“ hat in diesem Zusammenhang herausgefunden, dass einer von drei der 2.000 befragten Erwachsenen in den vergangenen sechs Monaten nichts Handschriftliches festgehalten hat. Wie schade! Warum nicht ein paar Weihnachtskarten persönlich schreiben? Selbst wenn es nur wenige Worte sind, gefallen diese zumeist viel besser als ein ellenlanger 08/15-Brief, den alle bekommen. Zugegeben: Die Zeit, um jeden Tag – nichtberufsbedingt – zu schreiben, ist manchmal knapp. Aber probieren kann man es ja mal. Falls es mit dem Schreiben trotzdem nicht klappen sollte: Wie wäre es mit Lesen? Am Sonntag, 16.11. ist Vorlesetag – initiiert von der Zeit und der Stiftung Lesen. Ich hätte da ein paar Ideen… 😉   Sie möchten mehr gute Geschichten erfahren? Abonnieren Sie unseren Newsletter.

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