von

LEWIS

Veröffentlicht am

October 18, 2018

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User Generated Content ist nicht neu. Spaß-Plattformen wie 9GAG oder BuzzFeed auch nicht. Aber was BuzzFeed in den USA bereits mit großem Erfolg betreibt und jetzt auch nach Deutschland bringen will, schon. Bekannt und beliebt wurde BuzzFeed hierzulande vor allem durch Listen: „15 Welpen, die dir den Tag versüßen“, „20 Leute, die es so falsch machen, dass es schon fast wieder richtig ist“, „30 Gründe, warum man Teenagern das Internet abdrehen sollte“. Unterhaltsam, oft witzig. Zwischendurch gesellt sich auch mal ein Artikel über ein besonders medienwirksames Thema dazu, wie die Gesetzgebung zu gleichgeschlechtlichen Ehen in einigen Bundesstaaten der USA oder die Serienmörderin, die sich selbst als „Dexter“ versteht – also jemanden, der nur Leute umbringt, die es auch verdient haben. Alles in allem bleibt BuzzFeed aber eine Plattform, die Spaß bringen soll. Das haben auch Unternehmen verstanden und nutzen die große Reichweite für sich. Laut Huffington Post liegt die durchschnittliche Click-through Rate (CTR) bei BuzzFeed zwischen 0,5 und 2,5 Prozent im Vergleich zu einem generellen Durchschnitt von 0,1 Prozent für sogenannte Display Ads. Die Unternehmen nutzen die gelernte Art des Contents für sich, um ihren Namen zu platzieren, ohne offensichtlich zu werben. Der Autor ist ein anderer, das Prinzip ist gleich: Listen, Listen, Listen. „13 Gründe, warum Käse und Brot die epische Romanze Amerikas ist“ von Kraft Singles oder „13 Anzeichen, dass du einen Lauf hast“ von DoubleDown Casinos. Klingt soweit ganz gut. Es gibt aber ein Problem. Für diese Sponsored Posts bedient sich BuzzFeed häufig an den Bildern und Gifs anderer Portale wie Reddit, wie Poynter berichtet. Das hat schon vermehrt für negative Presse gesorgt, zum Beispiel hier und hier. Und nicht nur aus diesem Grund sollten sich deutsche Unternehmen einen gesponsorten Artikel gut überlegen, wenn BuzzFeed nach Deutschland kommt: In letzter Zeit mussten sich die Macher der Plattform oft die Kritik gefallen lassen, sie würden das Internet verdummen. Das liegt vor allem daran, dass die amüsanten Listen und gut recherchierten Artikel immer öfter Platz für sinnfreie Quizzes machen müssen: Von „Welcher Charakter von {Hier generische TV Sendung} bist du“ über „In welches Hogwarts-Haus gehörst du“ oder „Bist du ein Hipster“ bishin zu wirklich schwachsinnigen Fragen wie „Welche Art von Pizza bist du“. (Falls es jemanden interessiert: Ich bin die Pizza, die man betrunken um 2 Uhr nachts isst) Oft werden auch komplizierte politische oder gesellschaftliche Probleme dargestellt, die anhand von Tier-Gifs oder Seriendarstellern erklärt werden. Für eine besonders große Kontroverse sorgte der Artikel „Obama Asks The Hill To Bomb Syria, As Explained By “The Hills”“. Die Kommentare reichten von „Es ist traurig, aber dieser Artikel hat mir tatsächlich geholfen, die Situation zu verstehen“, bis hin zu „BuzzFeed, bitte hört auf unsere Gehirne verschimmeln zu lassen“. Nichtsdestotrotz: Ich liebe BuzzFeed und meine Montage wären doppelt schlimm, wenn ich nicht wüsste, dass es 37 Tiere gibt, die einen schlechteren Tag haben als ich.Bildquelle: BuzzFeed

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