von

LEWIS

Veröffentlicht am

February 14, 2018

Tags

Umsatz, Valentinstag


Die Werbewelt und Konsumgüterindustrie braucht sie und wir Verbraucher wollen sie (meistens jedenfalls) auch: Fest- und Feiertage, nach denen wir unsere Speisepläne ausrichten – von der Weihnachtsgans bis zum Osterlamm -, unsere Liebsten beschenken und unsere Urlaube planen. Was wäre unser Terminkalender nur ohne sie? Ein nicht endenwollender Zeitschlauch ohne Markierungen, ohne Höhepunkte und Vorfreude auf die nächste Bescherung, den nächsten Umtausch von Geschenken. Ein ganz besonderer Tag ist allerdings nur einer bestimmten Zielgruppe vorbehalten – nämlich der der Verliebten, Verlobten, Verheirateten, noch nicht Geschiedenen (ein Schicksal, das die Hälfte aller städtischen und ein Drittel aller ländlichen Ehen in Deutschland früher oder später leider einholt). Allen Gerüchten zum trotz wurde der Valentinstag nicht vom Heiligen Fleurop, dem Retter aller verliebten, aber leider einfallslosen Männer am 14. Februar erfunden, sondern geht wohl auf mehrere christliche Märtyrer namens Valentinus zurück, die vor fast 2.000 Jahren enthauptet wurden. Vom Schicksal dieser armen Kreaturen profitieren heute nicht nur der Blumenhandel (mit bis zu 100% mehr Umsatz), sondern auch die Süßwarenindustrie, Douglas und Konsorten, Dessous-Anbieter, Hersteller von Grußkarten und Liebesschlössern, die Reise- und Gastronomiebranche sowie der gesamte Internet- und Versandhandel. Newsletter und Gewinnspiele übertreffen sich dieser Tage in rosa- und pinkfarbenen Anpreisungen von romantischen Candle-Light-Dinnern, Kuschel-Wochenenden zu zweit und personalisierten Liebesromanen. Ohne Valentinstag würde es unserem Bruttoinlandsprodukt also deutlich schlechter gehen. Ob der Tag heute eigentlich auch in Griechenland gefeiert wird? Falls nicht, sollte man ihn und am besten noch 5 weitere Feiertage zur Stärkung der Wirtschaft dort unbedingt einführen. Doch was hat der Tag der Verliebten mit PR zu tun? Auch hier wird der Tag von Unternehmen und Agenturen immer wieder gerne genutzt, um Produkte oder Services an den Mann oder an die Frau zu bringen. Und die gesamte Presse springt auf den Zug auf; gilt es doch, den ultimativen Ratgeber für die ausgefallendsten Liebesbeweise und Geschenkideen zu erstellen und damit den Abverkauf und die Klickraten in die Höhe zu treiben. Doch als aufgeklärter Konsument kennen wir ja das alljährlich wiederkehrende Spiel und können uns frei entscheiden, dabei mitzumachen oder nicht. Naja, fast jedenfalls…. Schönen Valentinstag!

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