Genau hier liegt die Herausforderung, wenn es darum geht, diese jungen Menschen im Non-Profit-Bereich einzubinden: Sie wollen nicht einfach nur spenden oder ehrenamtlich tätig sein. Sie möchten sich beteiligen, mitgestalten und unmittelbar sehen, was ihr Engagement bewirkt. Es geht also viel weniger um die oft zitierte Work-Life-Balance, sondern vielmehr um den tatsächlichen Impact ihres Handelns.
Non-Profit-Organisationen müssen die Generation Z dort abholen, wo sie steht, damit Fundraising, ehrenamtliche Tätigkeit und Community-Engagement nicht nur Transaktionen sind, sondern auch bedeutsame Kooperationen.
Wer ist die Gen Z? (Und warum ist sie wichtig?)
Die ungefähr zwischen 1997 und 2012 geborenen Mitglieder der Generation Z sind Digital Natives und sinnorientiert. Zudem werden sie im kommenden Jahrzehnt voraussichtlich zur einflussreichsten demografischen Gruppe unter den Spender:innen und Ehrenamtler:innen. Für diese Zielgruppe ist Authentizität am wichtigsten. Die jungen Menschen schätzen Transparenz, lehnen eine auf Hochglanz polierte Außendarstellung ab und erwarten von Organisationen, dass sie ihren Worten Taten folgen lassen.
Für die Generation Z sind einzelne Anliegen bedeutender als Institutionen. „Hilf uns, dieses Wochenende 1.000 Familien zu ernähren“ ist weitaus bewegender als „Unterstütze unsere Organisation“. Diese jungen Menschen haben wenig Geduld für Bürokratie oder vage Versprechen und wollen unmittelbar konkrete Resultate ihrer Hilfe sehen. Ihr Gemeinschaftsgefühl ist dynamisch und besteht im digitalen Raum – es erstreckt sich über Discord-Server, TikTok-Trends und private Chatgruppen. Non-Profit-Organisationen, die ihr Vertrauen gewinnen wollen, müssen schnell handeln, klar kommunizieren und Raum für Beteiligung statt Eigenwerbung schaffen.
Fundraising bei der Gen Z: Mikro, mobil und transparent
Die Generation Z spendet anders und traditionelle Fundraising-Kanäle sprechen sie nicht unbedingt an. Diese Generation lebt in einer Welt, in der Überweisungen in Echtzeit erfolgen und Interaktionen primär über soziale Medien stattfinden. Deshalb müssen die Prozesse beim Spenden dieser Geschwindigkeit und Einfachheit entsprechen. Für mobile Endgeräte entwickelte Spendenmöglichkeiten (zum Beispiel über Venmo, Instagram oder QR-Codes) können Hürden abbauen und die Jugend im entscheidenden Moment zur Beteiligung einladen.
Transparenz ist entscheidend. Die Generation Z will sehen, wohin jeder Euro geht und wie er einen Unterschied macht. Eine kurze Instagram-Story mit Fotos oder als Video, die zeigt, dass eine Spende von zehn Euro fünf Familien ernährt hat, sagt mehr als ein jährlicher Wirkungsbericht. Die Kommunikation muss stets vorrangig auf einzelne Anliegen fokussiert und prägnant sein, sodass Spenden direkt mit Aktionen verknüpft werden.
Authentische Zusammenarbeit mit Mikro-Influencer:innen und Creator:innen, denen Ihre gute Mission wirklich am Herzen liegt, kann außerdem die Reichweite erhöhen. Die Generation Z kann Unaufrichtigkeit sofort erkennen und daher müssen Kooperationen natürlich wirken und dürfen nicht wie Transaktionen erscheinen. Fundraising ist für diese Generation nicht bloß eine Transaktion – es ist eine Geschichte, an der sich die jungen Menschen beteiligen wollen.
Ehrenamt: Flexibel, kompetenzbasiert und bereichernd
Die Mitglieder der Generation Z schätzen Erfahrungen, die sowohl der Gemeinschaft dienen als auch zu ihrer persönlichen Entwicklung beitragen. Sie sind sehr motiviert, sich ehrenamtlich zu engagieren, erwarten aber Flexibilität. Remote- oder hybride Möglichkeiten zur Beteiligung, die zu ihrem Studium oder ihrer frühen Karriere nach dem Berufseinstieg passen, funktionieren am besten. Viele wollen ihre digitalen Kompetenzen nutzen, um ihren Lebenslauf zu erweitern – sei es die Gestaltung von Grafiken, die Erstellung von Video-Content, Social-Media-Management oder die Durchführung von Online-Kampagnen.
Anerkennung im Ehrenamt ist der Jugend ebenfalls wichtig. Digitale Abzeichen, LinkedIn-Zertifikate oder einfache öffentliche Anerkennungen sind gute Ideen, um den Gedanken zu verstärken, dass die investierte Zeit bedeutsam ist. Ehrenamtliches Engagement sollte sich nicht wie eine Pflicht anfühlen, sondern wie Empowerment. Das trägt maßgeblich zur Motivation bei!
Communities der Gen Z, die skalieren: Von Follower:innen zu Mitgestalter:innen
Die Generation Z wird mehr von Bewegungen angezogen als von Institutionen. Sie will zu Communities gehören, die interaktiv, dialogbereit und wirkungsorientiert sind. Für Non-Profit-Organisationen bedeutet das, online oder offline Räume zu schaffen, in denen junge Unterstützer:innen Kontakte knüpfen, diskutieren und Initiativen leiten können. Discord-Kanäle, private Instagram-Gruppen oder virtuelle Fragerunden mit Unterstützungsempfänger:innen können Follower:innen zu Mitwirkenden machen.
Gamifizierte Kampagnen, Content-Challenges und digitales Storytelling ermöglichen es den Mitgliedern der Generation Z, die direkten Ergebnisse ihres Engagements zu sehen. Ihnen Führungsrollen durch Ambassador:innen-Programme oder Jugendbeiräte zu geben, stärkt ihre Verbundenheit zusätzlich. Wenn die jungen Menschen Ownership empfinden, schließen sie sich nicht nur einem Anliegen an, sondern gestalten es.
Wie Sie das Ehrenamt bei Ihnen für junge Menschen weiterentwickeln können
Sie müssen nicht überall präsent sein, aber bewusst handeln. Fangen Sie klein an. Mögliche Ideen:
- Vereinfachen Sie Ihren Spendenprozess für die Jugend.
- Schaffen Sie flexible, kompetenzbasierte Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement, die mit dem Studien- und Arbeitsalltag vereinbar sind.
- Starten Sie eine von Mitgliedern der Generation Z geführte Kampagne oder Challenge.
- Richten Sie eine private Gruppe oder einen digitalen Hub für Ihre jungen Mitwirkenden ein.
Die Generation Z will nicht nur Ihre Wirkung beobachten. Vielmehr möchte sie dabei helfen, diese zu schaffen. Wird Ihre Non-Profit-Organisation die jungen Menschen dort abholen?