von

Niluefer Nasir

Veröffentlicht am

February 18, 2019

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Ich muss zugeben, ich gehöre nicht zu den Leuten, die ihr Berufsleben in ihrer Freizeit groß thematisieren. Feierabend bedeutet für mich abschalten, Familie und Freunde sehen und mich von Eindrücken abseits der PR inspirieren lassen. Aber eine Ausnahme mache ich sehr gerne: Bei gut gemachten Serien oder Filmen rund um PR, muss ich einschalten. Nicht nur, dass viele der Sendungen einen enormen Unterhaltungswert haben, sie sind meist und trotz überspitzter Handlung auch sehr lehrreich.


Fangen wir mit den Serien an:

House of Cards
Ich bin ehrlich, es hat mich mehrere Versuche gebraucht. Doch jetzt hat es auch mich erwischt – House of Cards. Einer Grippe sei Dank konnte ich mehrere Folgen in einer Woche schauen und bin seitdem Fan von der Serie rund um politische Intrigen und dem Meister der Manipulation Kevin Spacey. Spacey spielt den Kongress-Abgeordneten Frank Underwood, der sich gemeinsam mit seiner Frau (grandios gespielt von Robin Wright) seinen Weg bis an die Spitze des Weißen Haus erkämpft. Mit im Gepäck: Mord, Erpressung und eine Affäre mit Bloggerin Zoe Barnes, um die Öffentlichkeit für sich zu gewinnen.

Scandal

Übertrieben trifft es sehr gut: PR-Berater verwischen Mordspuren und verstecken Leichen. Olivia Pope (Kerry Washington) und ihr Team haben sich auf Krisenmanagement spezialisiert, es geht vor allem um öffentliche Schadensbegrenzung für Personen aus dem Weißen Haus. Dennoch: Neben der überspitzten Handlung und oft auch ethischen Fragwürdigkeit, verkörpert Olivia Pope die ideale PR-Beraterin. Sie ist clever, ihren „Feinden“ strategisch mindestens fünf Schritte voraus und auf alle Eventualitäten vorbereitet. Immer im Fokus ihres Handels: ihre Klienten. Ein loyales Team, ein kühler Kopf und ihre Schlagfertigkeit helfen ihr dabei.

Filme:

Thank you for smoking

PR-Stratege Nick Naylor (Aaron Eckhart) ist aalglatt ,aber sympathisch. Das muss er wahrscheinlich auch, denn er arbeitet für die Tabakindustrie. Sein größter Gegner: ein liberaler Senator, der jedes Zigarettenpäckchen mit einem Totenkopf verzieren möchte. Naylor versucht mit viel Charme und Wortgewandtheit, der Branche ein positives Image zu verleihen. Als wäre diese Aufgabe nicht schwierig genug, kommt ihm auch noch der an Krebs erkrankte Marlboro-Mann in die Quere, der die Tabak-Industrie öffentlich für sein Schicksal verantwortlich macht. Eine tolle Satire auf Lobbyismus, Politik und Hollywood.

Jerry Maguire
(Jerry Maguire – Spiel des Lebens)

Jerry Maguire, gespielt von Tom Cruise, ist Sportmanager. Eines Nachts verfasst er ein Manifest, in dem er dazu aufruft, man solle sich in der Branche nicht ums Geld, sondern um seinen Klienten kümmern. Zu viel für seinen Arbeitgeber: Maguire wird gefeuert. Daraufhin gründet er eine eigene Firma und versucht mit seinem einzigen Klienten, dem selbstverliebten Football-Spieler Rod Tidwell, wieder ganz nach oben zu kommen. Fairerweise muss man sagen, dass Maguire keine klassische PR betreibt, aber sein Engagement für den Kunden und sein Verhandlungstalent sind mehr als überzeugend.

Primary Colours
(Mit aller Macht)

Auch hier geht es um das Weiße Haus, genauer um den Wahlkampf. Der Job des amerikanischen Präsidenten ist heiß begehrt. Auch Jack Stanton, gespielt von John Travolta, will ins Weiße Haus einziehen, aber persönliche Sex- und Drogeneskapaden sollen der Öffentlichkeit verheimlicht werden – zu groß ist die Angst, dass sein Lebenswandel dem Wahlerfolg im Wege stehen könnte. Interessant: Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch, das von Bill Clintons Wahlkampf handelt.

Wag the Dog (Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt)

Und wieder das Weiße Haus. Diesmal ist der Präsident in einen Skandal verwickelt: Er soll sich einer minderjährigen Schülerin sexuell genähert haben. Da die Wahlen in wenigen Tagen anstehen und die Öffentlichkeit dem Skandal sowieso mehr Glauben schenken als der Unschuld des mächtigsten Manns der Welt, muss eine Lösung her. Um die Krise noch abzuwenden, wird ein Spezialist (Robert De Niro) für solche Fälle engagiert, der mit Hilfe eines Hollywood-Produzenten (Dustin Hoffman) die Aufmerksamkeit der Amerikaner auf einen (fiktiven) Krieg in Albanien lenkt.

The Queen

Nachdem Prinzessin Diana 1997 bei einem Autounfall ums Leben kommt, gibt es zwischen Premier Minister Tony Blair und dem Königshaus Differenzen darüber, wie man das Geschehen in den Medien angeht. Das PR-Team der royalen Familie rät dazu, sich nach der Scheidung von Diana und Prinz Charles in der Öffentlichkeit vom Tod der Prinzessin zu distanzieren. Auf der anderen Seite versucht Blair die Queen (Helen Mirren) davon zu überzeugen, Mitgefühl für den Tod der Mutter ihrer Enkel zu zeigen – weil das die einzige Möglichkeit ist, ein PR-Desaster zu vermeiden. Der Film ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mithilfe von Kompromissen und anderen taktischen Notwendigkeiten PR-Krisen verhindert.

The Social Network

Auch wenn es hier eher um die Gründung der weltweit größten Social-Media-Plattform geht und nicht wirklich um das PR-Business an sich, sollte man sich diesen Film anschauen. Die Beweggründe von Zuckerberg, eine solche Plattform zu errichten, und die Tatsache, dass man als Zuschauer vorab weiß, welchen Einfluss Social Media heutzutage hat und nun auch in der PR nicht mehr wegzudenken ist, machen den Film zu einem Must-See.

Hancock

Trotz seiner übermenschlichen Kräfte ist John Hancock (Will Smith) ein Antiheld: Er ist faul, unfreundlich, trinkt und verursacht oft ein riesiges Chaos, wenn er Menschen hilft. Dennoch ist und bleibt er im Grunde ein Superheld, der Menschen aus ihrer Not befreit. Das erkennt auch PR-Berater Ray Embrey, dem Hancock zuvor das Leben rettet. Embrey macht es sich dann zur Aufgabe, das ramponierte Image von Hancock wieder aufzubessern.

America’s Sweethearts

Zugegeben, der Film gehört nicht zu den anspruchsvollsten PR-Filmen, dafür ist er ziemlich amüsant. Hinzu kommt, dass es nicht die politischen Abgründe sind, die beleuchtet werden, sondern diesmal ist Hollywood an der Reihe. PR-Berater Lee Phillips (Billy Crystal) soll DAS Hollywood-Traumpaar (Catherine Zeta-Jones und John Cusack) während ihrer Filmpremieren zu ihrem gemeinsamen Film begleiten. Dumm nur, dass das Paar sich scheiden lassen möchte und so gar keine Lust darauf hat, der Presse etwas vorzugaukeln.

 

WE DO. Public Relations

 

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