von

LEWIS

Veröffentlicht am

October 25, 2018

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Es ist nichts Neues, dass die Veränderung der Welt auch die globale Medienlandschaft verändert. Politische und wirtschaftliche Veränderungen in einem Land haben direkte Auswirkungen auf die Medien und die Rolle der Journalisten. Man könnte auch behaupten, dass die Welt durch die Globalisierung und Social Media kleiner wird und wir uns deshalb immer ähnlicher werden. Wer für PR-Kampagnen auf internationaler Ebene verantwortlich ist, steht ständig vor neuen Herausforderungen. Deswegen haben wir einen Ratgeber im Taschenformat für Medienbeziehungen in 17 Ländern (in denen wir eine Niederlassung haben), den Global Media Guide, entwickelt. Hier sind einige interessante Erkenntnisse daraus:

  • In Westeuropa zeichnet sich ein bekannter Trend ab. Die Zahl der überregionalen Tageszeitungen und Zeitschriften nimmt weiter ab, genauso wie ihre Auflage. Als Ergebnis müssen Redakteure und Journalisten jetzt mehr arbeiten in weniger Zeit. Und Unternehmen kämpfen um immer weniger redaktionellen Platz. So kommt es, dass sich in diesen Ländern fertige Artikel und Beiträge von Unternehmen als erfolgreicheres Tool zur Platzierung erweisen als ein Interview oder Presseevent.
  • In aufstrebenden Märkten herrscht jedoch ein komplett anderes Bild vor. In Indien zum Beispiel wuchs die Zahl der Tageszeitungen zwischen 2005 und 2007 um 44 Prozent auf über 2.000 an. Dies macht Indien zum Land mit den meisten Tageszeitungen weltweit, mit über 325 Millionen Lesern in über 30 Sprachen.
  • Es gibt jedoch auch länderübergreifende Trends, die unabhängig von der Kultur, wirtschaftlichen Situation oder Politik sind. Die Social Media Revolution ist einer davon. Ihre Verbreitung kennt keine Grenzen. In jedem Land nutzen Journalisten und Redakteure soziale Medien und Netzwerke für ihre tägliche Arbeit, um neue Themen oder Trends aufzuspüren. So nutzen zum Beispiel 83 Prozent aller italienischen Journalisten Facebook und 69 Prozent Twitter. In Polen hat fast jeder polnische Journalist ein Facebook-Profil und im Umgang mit Journalisten kommt dort öfter Facebook als E-Mails oder das Telefon zum Einsatz. In den USA gehört das Anbieten von Themen über Social Media schon längst zum PR-Alltag.
  • Ein anderer weltweiter Trend, den wir entdeckt haben, ist der Bedarf an Geschichten rund um Consumer Technology. Der Erfolg großer Unternehmen für Consumer Technologie wie Apple, Microsoft und Samsung – und der Einfluss ihrer Produkte auf unseren Alltag – hat zu einem enormen Interesse an Themen in diesem Bereich geführt. Die Qualität von Online-Artikeln wird meist an ihrer Beliebtheit (Zahl der Klicks, Leser oder Kommentare) gemessen. Online-Redakteure wissen, dass eine Veröffentlichung über ein angesagtes Unternehmen die Zahl ihrer Leser in die Höhe treibt. Dies macht es für kleinere Firmen mit Nischen-Produkten immer schwerer, Platz für redaktionelle Beiträge zu ergattern. PR-Verantwortliche solcher Unternehmen müssen deswegen besonders kreativ sein und sich eine wirklich gute Story über das Unternehmen einfallen lassen, um Aufmerksamtkeit in den Medien zu erhalten.

Bedeutet dies also, dass internationale PR in gewisser Weise einfacher geworden ist? Die Präsenz und Proaktivität von Journalisten in den sozialen Medien und Netzwerken ermöglicht Marken, sich mit internationalen Medien innerhalb ihrer eigenen Communities auszutauschen. Und es gibt auf jeden Fall einen Trend zu länderübergreifenden Themen. Doch der Bedarf an einem lokalen Bezug von Themen ist immer noch in allen Märkten vorherrschend. Daran hat sich nichts geändert. Je lokaler der Ansatz ist und je relevanter die Geschichte für die Region ist, desto größer sind die Aussichten auf eine Veröffentlichung. Wir hoffen, Sie finden unseren neuen Global Media Guide lesenswert, mit Tipps und Tricks von unseren PR-Kollegen aus 24 Städten weltweit. Wir freuen uns über Ihr Feedback im Kommentarfeld unten.

 

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