von

Daniel Koenig

Veröffentlicht am

May 25, 2013

Tags

Image, Netzneutralität, Public Relations


Das Verhältnis zwischen Deutschland und dem Rest der Welt war bekanntermaßen nicht immer das Beste. Missgünstige Blicke gab es in den letzten Monaten und Jahren oft allein dafür, dass die deutsche Wirtschaft wie durch Geisterhand stets formidabel dastand. Recht überraschend ist daher die Erkenntnis, dass wir im beliebtesten Land der Welt wohnen. Die britische BBC hat in einer Umfrage unter 26.000 Personen in 25 Ländern herausgefunden: 59 Prozent der Befragten bewerten Deutschland überwiegend positiv:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/bbc-studie-deutschland-hat-weltweit-den-besten-ruf-a-901450.html

Gute PR für Deutschland also – und die ist immer willkommen. Fast immer: Ein eher gespaltenes Echo ruft die Image-Unterstützung hervor, die Wirtschaftsminister Philipp Rösler durch „Bild“ zuteil wird. Deutschlands größte überregionale Tageszeitung stellt Minister Cool gern als souveränen James Bond der deutschen Politik dar. Der Stern spottet: „Philipp Rösler (…) mag Filme mit Meg Ryan. Auf die Idee, dass er für “Coolness” steht, kam bisher nur die “Bild”-Zeitung.“ Nun fällt ihm Chefredakteur Kai Diekmann bei einem Treffen im Silicon Valley richtiggehend um den Hals. Ob das neutrale Berichterstattung ist, sei dahingestellt.

http://www.stern.de/politik/deutschland/der-roesler-diekmann-komplex-bild-liebt-mr-cool-2014782.html

Vielleicht sollte Rösler eine Kommunikationsagentur engagieren. So könnte sich das Image zwar nicht komplett umdrehen, jedoch mit Glück ein wenig korrigieren lassen. Ihn würde bestimmt freuen zu hören, dass Agenturen manchmal sogar umsonst arbeiten: Scholz & Friends hat sich nach beendeter Zusammenarbeit mit der Elektrohandelskette Saturn die Mühe gemacht und mit einem Plakat die gemeinsam beschrittenen sieben Jahre gewürdigt.

http://www.wuv.de/agenturen/scholz_friends_beendet_saturn_horror_mit_abschiedsanzeige

Ob hier die gewünschte Botschaft transportiert wurde, bleibt im Verborgenen. Genau wie der Entstehungsprozess von Werbe- und PR-Kampagnen – da lässt sich kaum jemand gern in die Karten schauen. Hin und wieder aber muss sich jeder von uns erklären: zum Beispiel den eigenen Eltern. Die möchten gerne mal genauer wissen, was die Tochter oder der Sohnemann eigentlich den ganzen Tag über macht. Ich muss dann immer unwillkürlich an den alten Witz denken: „Bitte erzählen Sie meiner Mutter nicht, dass ich in einer Agentur arbeite. Sie denkt immer noch, ich sei Pianist im Puff.” Eine gute Universallösung, wie es scheint. Denn eine Umfrage des Debattenforums VOCER offenbart, dass viele Kreative oder Leute aus dem digitalen Bereich gar nicht genau beschreiben können, womit sie sich täglich herumschlagen: „Die Netzgemeinde hat ein Verständigungsproblem. Wer sich außerhalb der großen Medienblabla-Blase bewegt, hat kaum eine Chance, zu kapieren, was da los ist.“   http://www.vocer.org/de/artikel/do/detail/id/460/den-eltern-den-job-erklaeren.html

Beispiel Netzneutralität: Wissen Offliner, dass hier ein kleiner Freiheitskrieg zwischen Unternehmen und Nutzern stattfindet? Seit vergangenem Montag können wir das nächste Scharmützel beobachten: Der Physikstudent Johannes Scheller hat eine Petition eingereicht, die in nur zwei Tagen über 20.000 Unterschriften erhielt – der Mann scheint einen Nerv getroffen zu haben. Laut Spiegel Online fordert Schellers ePetition ein Gesetz, „das Internetanbieter (‘Provider’) verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft gleich zu behandeln.” Wird der Netzaktivist damit tatsächlich etwas erreichen? Fest steht für mich jedenfalls: Schön, wenn sich Leute für eine gute Sache einsetzen. Oder etwas Tolles erfinden. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/online-petition-fuer-gesetz-zur-wahrung-der-netzneutralitaet-a-901392.html

Eesha Khare, die gefeierte US-Schülerin zum Beispiel. Sie hat einen Mini-Akku entwickelt, der in jedes Smartphone passt und sich in 20 bis 30 Sekunden komplett laden lässt – bis zu 10.000 Mal. Das klingt fast zu schön um wahr zu sein. Und dann sei die Erfindung auch noch für den Betrieb von Elektro-Autos geeignet. Google habe bereits angeklopft. http://www.macerkopf.de/2013/05/23/smartphone-akku-in-20-sekunden-laden-keine-zukunftsmusik/ Heise Online verpasst der Euphorie allerdings gleich einen kleinen Dämpfer und zweifelt die Leistungsfähigkeit der Technologie als Handy- oder Autoantrieb an. Die Energiespeicher würden sich zwar schnell aufladen, ihre Energie jedoch ähnlich zügig wieder abgeben: http://www.heise.de/tp/blogs/10/154293

Es ist also nach wie vor spannend, die Medien- und Netzwelt zu beobachten. So schnell wird sich das bestimmt auch nicht ändern: Wie es weiter geht, das zeigt der nächste Beitrag zu den Links der Woche. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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