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By Soeren Schulte

Veröffentlicht am

October 23, 2018

Tags

Public Relations, Storytelling

So oder so ähnlich würde die Überschrift wohl lauten, wäre dies nicht der LEWIS 360° Blog, sondern heftig.co - eine der umstrittensten, aber auch reichweitenstärksten “Content-Schleudern” im Social Web. Seit einem guten halben Jahr ist die Seite im Netz allgegenwärtig. So gut wie jeder Facebook-Nutzer hierzulande dürfte mit den heftig.co-Posts bereits Bekanntschaft gemacht haben. Und auch wenn man sich noch so diszipliniert, es erfordert mitunter schon ein großes Maß an Selbstbeherrschung, nicht auf einen der Links mit der reißerischen Überschrift und dem skurrilen Vorschaubild zu klicken. Für alle, die das Glück hatten noch nicht mit heftig.co in Berührung gekommen zu sein: Das Konzept ist bei weitem nicht neu und wurde von vielen US-Seiten (siehe Buzzfeed) bereits zuvor ausgiebig erprobt. Die Wirtschaftswoche fasste die Idee dahinter unlängst wie folgt zusammen: „Man sammle in den Weiten des Internet gefühlsbetonte Videos, versehe sie mit Spannung versprechenden, klickfreundlichen Überschriften – und setze auf die massenhafte Verbreitung in sozialen Medien.”


Nun mag man von den Überschriften und deren geistigem Tiefgang halten was man will, eines sollten sie einem unmissverständlich vor Augen führen: Die Wichtigkeit einer guten Überschrift kann man gar nicht hoch genug ansetzen – gerade bei Online-Content. Schließlich ist es die Überschrift, die beim heutigen „Information Overload” innerhalb von Sekundenbruchteilen darüber entscheidet, ob der geneigte Leser den dazugehörigen Artikel anklickt. Was macht sie also aus, die “perfekte Überschrift” und was können wir von heftig.co vielleicht sogar lernen?

  • Je kürzer desto besser SEO-Experten empfehlen, dass Überschriften aus nicht mehr als 65 Zeichen bestehen sollten. Ansonsten sei die Gefahr zu groß, dass Google einen Teil des Textes schlicht „verschluckt“. Auch zum Weiterverbreiten von Texten über Twitter & Co. sind kürzere Überschriften einfach besser geeignet.
  • Den Leser direkt ansprechen Headlines, die den Leser direkt ansprechen funktionieren in aller Regel besser. Wie auch im Fließtext selbst, helfen lebhafte und weniger abgegriffene Adjektive dabei, die Aufmerksamkeit des Lesers zu gewinnen.
  • Nennen Sie konkrete Zahlen und Fakten Die Nennung von Zahlen ist ebenfalls ein gutes Mittel um auf sich aufmerksam zu machen. Wie an der einen oder anderen Stelle auch hier im Blog schon erfolgreich praktiziert, funktionieren insbesondere so genannte Listicles immer wieder überraschend gut. Gemeint sind damit Artikel, bei denen der Inhalt in Listenform strukturiert ist („Die fünf besten/größten/beliebtesten Tipps…“). Besonders über Social Media liefern sie oft beeindruckende Klickzahlen. Einer der Gründe: Der Leser weiß von vornherein auf welche Textlänge er sich einlässt. Und die Lektüre der „Fünf größten Mythen beim XYZ“ passt eben perfekt in jede Mittagspause.
  • Behauptungen aufstellen Beziehen Sie in jedem Fall klar Stellung. Eine Überschrift sollte sich möglichst auf eine Seite schlagen. Für Abwägungen und Relativierungen ist in einer Headline – im wahrsten Sinne des Wortes – einfach kein Platz.
  • Investieren Sie ausgiebig Zeit in das „Headline Brainstorming“ „Nehmen Sie sich mindestens genauso viel Zeit für die Überschrift-Findung, wie für den Artikel selbst” lautet ein altbekannter Ratschlag aus der Journalistenschule. Okay, in der Praxis zugegebener Maßen nicht immer realistisch. Aber wenn Sie bei Ihrem nächsten Text einfach mal doppelt so lange an Ihrer Überschrift feilen als früher, sind Sie sicher schon auf einem guten Weg…
  • Negative Wörter verwenden Dieser Tipp mag zunächst seltsam anmuten, kann aber durchaus sinnvoll sein. Negative Formulierungen appellieren an die Unsicherheiten des Lesers – im Extremfall sogar an seine Ängste. Eine Überschrift wie „Die fünf größten Fehler, die Sie bei XYZ auf keinen Fall machen sollten “ wäre vermutlich ein Klickgarant.

Natürlich beziehen sich diese Tipps in erster Linie auf das Web – und zielen auf eine Maximierung der Klickzahlen ab. Für Print-Beiträge gelten nach wie vor teils ganz andere Regeln. Und nicht immer vertragen sich solch reißerische Überschriften mit Medium und Content. Auch wird dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein, dass sich heftig.co ebenfalls nicht an jede der oben genannten Regeln hält und offensichtlich dennoch erfolgreich ist. Aber eines haben gute Überschriften – unabhängig vom Verbreitungskanal – immer gemeinsam: Sie müssen den Leser schlicht neugierig machen. Und wenn Sie bis hierhin gelesen haben, hat unsere Headline à la heftig.co ihren Zweck ja schon mal nicht verfehlt.Weitere Links zum Thema: Zum Ausdrucken und neben den Bildschirm hängen: Tipps für die perfekte Überschrift als Infografik www.quicksprout.com/2014/07/03/the-formula-for-a-perfect-headline/„Auf die Länge kommt es an“ – Der ideale BlogPost nach Usability-Gesichtspunktenhttp://t3n.de/news/content-marketing-blog-facebook-tweet-laenge-549249/   Sie möchten mehr gute Geschichten erfahren? Abonnieren Sie unseren Newsletter.

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