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Pressemitteilung

Veröffentlicht am

November 2, 2018

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Im weltweiten LEWIS PR Netzwerk hat kein Büro mehr internationales Flair als Sydney. Damit sind wir ein Mikrokosmos einer der globalsten Städte der Welt, wo fast ein Drittel der Bevölkerung im Ausland geboren wurde. Als die einzige Deutsche in unserer australischen Niederlassung habe ich in den letzten sechs Jahre nicht nur die Gelegenheit gehabt, Land und Leute kennenzulernen, sondern auch die Besonderheiten der hiesigen Pressearbeit genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein Beispiel ist die berühmte australische Neigung zum Egalitarismus (siehe auch „tall poppy syndrome“’).

Hochrangige Unternehmensvertreter, zum Beispiel vom Vorstand oder der Unternehmensleitung, werden selbstverständlich mit Vornamen angesprochen. Hat der/diejenige nichts Interessantes zu sagen, oder versucht um Fragen drum herum zu reden, wird der Journalist keinerlei Bedenken haben, ihn zu unterbrechen, oder sein Missfallen mehr oder weniger deutlich zu bekunden. Das kann ein ziemlicher Kulturschock sein, vor allem wenn die Executives vorher durch Asien gereist sind, wo Pressegespräche sehr viel höflicher ausfallen. Natürlich treffen nicht alle stereotypischen Vorurteile zu. Die gern zitierte australische Lässigkeit ist in den Metropolen Sydney und Melbourne nur noch wenig anzutreffen. Im internationalen Vergleich arbeiteten die Menschen in kaum einen Land so viel und lange wie in Australien. Das spiegelt sich auch im Arbeitsethos der einheimischen Journalisten wider. Viele freischaffende Journalisten schreiben für mehrere Publikationen und betreiben nebenbei noch ihre eigene Website oder einen Blog. Eine der größten Herausforderungen für die australischen Redakteure und PR-Fachleute sind die unterschiedlichen Zeitzonen. Der neue Tag fängt schon in Australien an, wenn die Europäer noch im Bett liegen und die Amerikaner die letzten Geschäfte des Vortages abwickeln. Das ist ein Vorteil an Silvester, aber in der IT-Branche, wo die meisten Unternehmen ihren Hauptsitz in Amerika haben, heißt das für Journalisten, entweder um 2 Uhr morgens für wichtige Produkteinführungen aufzustehen oder die Neuigkeiten erst Stunden später aus der internationalen Presse zu erfahren. Vielleicht weil so viele Pressemitteilungen im Technologie- und Software- Sektor aus den USA kommen, haben einige australische Journalisten eine starke Abneigung gegen die amerikanische Schreibweise entwickelt. Das australische Englisch stimmt weitestgehend mit dem Britischen überein. Also bitte immer Queen’s English wählen! Letztens hat sich einer meiner Medienkontakte über eine halbe Stunde über den Unterschied zwischen baking soda (amerikanisch) und bicarbonate of soda (britisch / australisch) echauffiert. Da kann man sich dann nur wundern, in welchem Zusammenhang das in einer Pressemitteilung aufkam…

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